Artikel von Anna Borchert und Elisabeth und Elisabeth Bodmann
Im neunten Jahrgang ist es endlich soweit: eine Reise ins Ausland!
Eine der besten Gelegenheiten, seine Fremdsprachkenntnisse unter Beweis zu stellen.
Normalerweise findet ein Austausch der zweiten Fremdsprachen mit einer Partnerschule im jeweils anderen Land statt, beziehungsweise die Lateinschüler fahren dann für fünf Tage nach Rom. Wir haben Französisch als zweite Fremdsprache, aber dieses Jahr hat es mit dem Austausch aus unterschiedlichen Gründen leider nicht geklappt. Aber wir sind stattdessen für die Schulwoche vor den Osterferien nach Paris gefahren. Was wir dort alles Spannendes erlebt haben, erzählen wir euch jetzt!
Montag, 16.03.
Bereits um zehn nach vier Uhr morgens trafen sich die Französisch-Kurse von Frau Kampen und Frau Klötzing am Oldenburger Hauptbahnhof. Als Begleitpersonen kamen Frau Kampen und Frau Luttmann mit.
Um kurz vor fünf stiegen wir in den Zug und fuhren los nach Osnabrück, unsere erste Haltestelle auf dem Weg nach Paris. Leider hatte der Anschlusszug von dort Verspätung, sodass unsere Lehrer kurzfristig die komplette Zugverbindung umbuchen mussten. Das führte dazu, dass wir keine reservierten Sitzplätze mehr haben würden. Einige wenige glückliche Schüler konnten noch einen freien Platz ergattern. Wir leider nicht, doch wir machten das Beste daraus und schlugen gemeinsam in einer freien Ecke im Zug ein Lager auf dem Boden auf. So war die Zugfahrt nicht das, was wir erwartet hatten, aber Spaß hat sie trotzdem gemacht.
In Paris angekommen, stiegen wir in die Metro (das U-Bahn-Netz in Paris) und fuhren damit in die Nähe des MEININGER-Hotels, in dem wir die nächsten vier Nächte verbringen würden. Als wir uns endlich nach vielen Stunden Zugfahrt in der Hotellobby befanden, waren alle sehr erleichtert.
Den Rest des Abends verbrachten alle ruhig und freuten sich bereits auf die nächsten Tage in der Hauptstadt Frankreichs.
Dienstag, 17.03.
Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg zum Eiffelturm. Sobald wir durch alle Sicherheitskontrollen gut durchgekommen waren, stiegen wir zu Fuß die über dreihundert Stufen bis zur ersten Etage hoch. Von dort hatte man einen atemberaubenden Blick auf Paris. Aber hier war unser Ausflug noch nicht zu Ende, denn mit unseren Tickets konnten wir noch eine Etage höher steigen! Dort befanden wir uns nun auf einer Höhe von 115m. Der Blick von dort oben war noch beeindruckender. Anschließend bestand noch die Möglichkeit, über einen Netztunnel von einer Ecke zur gegenüberliegenden Ecke zu laufen, was sich „le vertige de la tour” also „der Schwindel-Turm” nannte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl!


Wieder auf sicherem Boden unter dem Eiffelturm angekommen, ging es auf zu „les Champs-Élysées“, die 1910 Meter lange und weltberühmte Allee. Nach eineinhalb Stunden Freizeit traf sich die ganze Gruppe am Triumphbogen, von wo wir mit der Metro nach Monmartre, das Künstlerviertel, gefahren sind. Wir sahen uns von außen die „Sacre-Cœur“, eine bekannte Kirche in Paris, an und saßen auf den berühmten Stufen, wo wir eine wunderschöne Aussicht über Paris hatten. Auch in Monmartre hatten wir in Kleingruppen noch etwas Freizeit und konnten uns so die vielen Straßenkünstler, die in ein paar Minuten Portraits zeichnen, ansehen. Später machten wir uns wieder auf den Heimweg ins Hotel und verbrachten noch einen tollen Abend gemeinsam.
Mittwoch, 18.03.
Auch am Mittwoch gab es wieder viel zu erleben, denn heute stand ein Besuch im weltberühmten Schloss Versailles auf dem Programm. Wir besichtigten die ehemalige Residenz Ludwigs XIV und die schönen, riesigen Gärten von Versailles und fanden all das sehr aufregend.

Im Schloss gab es viele alte Gemälde und Statuen von früheren Königen und die Gärten waren ausgesprochen kunstvoll gestaltet. So bewunderten wir zum Beispiel einen der wunderschönen Springbrunnen, als wir zusammen auf einer Wiese picknickten.
Wusstet ihr, dass es auf dem Gelände insgesamt gut 700 Bäume gibt, die in ausgefallene Formen geschnitten werden?
Am Abend gingen wir alle zusammen in ein typisch französisches Crȇpes-Restaurant. Es wurde viel gelacht und ein ausgesprochen gelungener Abschluss für den wunderbaren Tag.
Donnerstag, 19.03.
Heute gingen wir vormittags in den Louvre, das vielleicht berühmteste Kunstmuseum der Welt. Neben der Mona Lisa, auf Französisch übrigens „La Jaconde“, sahen wir auch noch unzählige andere bekannte Kunstwerke und Skulpturen.


Nach einer langen Mittagspause in einem großen Einkaufszentrum, begaben wir uns auf den Weg zur „Notre Dame“. Mittlerweile ist die Kathedrale wieder aufgebaut und wir konnten ihre ganze äußerliche Pracht genießen.

Auf dem Platz davor stellten wir alle einen Fuß auf den „Point Zero“. Das ist der symbolische Mittelpunkt von Paris und wenn man ihn mit seinem Fuß berührt, bedeutet das, dass man noch einmal nach Paris kommen möchte.

Zum Abschluss unserer ereignisreichen Fahrt gingen wir noch einmal gemeinsam auf einem Schiff auf der Seine eine Cola oder Limonade trinken.
Freitag, 20.03.
Nach einem letzten Frühstück im Hotel, bestand die Möglichkeit zu einem freiwilligen Besuch des berühmten Friedhofs „Père Lachaise“, wo viele bedeutende Personen bestattet sind, unter anderem Oscar Wilde. Ansonsten konnte man im Hotel bleiben, letzte Koffer packen, sich Vorräte für die Heimfahrt besorgen oder einfach noch etwas entspannen. Gegen kurz nach eins fuhr dann unser Zug zurück nach Hause. Am Bahnhof in Paris entdeckten wir noch etwas unheimlich Interessantes: ein Klavier! In Frankreich gibt es eine Aktion namens „Piano en Gare“, also „Klavier am Bahnhof“, die an Bahnhöfen Klaviere aufstellt, an die sich jeder setzen und nach Herzenslust spielen kann! Als wir dann schließlich um halb elf in Oldenburg ankamen, waren alle müde und freuten sich, auch wieder zu Hause zu sein.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Reise eine unglaubliche Erfahrung war und sensationell viel Spaß gemacht hat!
Titelbild und Fotos: A. Borchert, Frau Kampen, Frau Luttmann