Der Kampf um Grönland
Der Kampf um Grönland

Der Kampf um Grönland

Vereiste Naturlandschaften, meterhoher Schnee und atemberaubende Polarlichter – das ist Grönlands typisches Gesicht. Die wenigen Menschen, die in Grönland leben, befinden sich unter der sicheren Obhut Dänemarks, verwalten sich jedoch selbst. Doch nun ist diese Unabhängigkeit in Gefahr.

Immer wieder sorgt der US-amerikanische Präsident Donald Trump für Schlagzeilen überall auf der Welt. Momentan kursieren in den Medien Berichte über seinen Plan, Grönland politisch zu übernehmen. Trump ist der Meinung, dass eine Übernahme Grönlands der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt dienen würde.

Beweggründe für eine Okkupation Grönlands

Selbst behauptet Donald Trump, wenn er nicht die vereiste Insel im Nordatlantik übernehme, würden dies Russland oder China tun. Denn Grönland kann sich seiner Meinung nach nicht selbst verteidigen. Es würde Sicherheit und mehr Frieden bringen, die Insel zu übernehmen, so Trump. In Grönland möchte der US-Präsident ein riesiges Verteidigungssystem bauen, das größte “Golden Dome” der Geschichte. Damit hat er einen besseren Schutz für die USA und außerdem einen Militärstützpunkt, der näher an Europa dran ist, denn Grönland hat eine besondere zentrale Lage in der Welt.

Zudem befindet sich unter der dicken Eisschicht eine große Bandbreite an begehrten Metallen, unter anderem Buntmetalle wie Kupfer, welches vor allem zur Herstellung von Kabeln verwendet wird.

Bisheriger Schutz Grönlands

Grönland gehört, da es 1953 offiziell in das Königreich Dänemark integriert wurde, zur NATO (North Atlantic Treaty Organisation). Zur NATO gehören derzeit 32 Staaten, unter anderem auch die USA. Für NATO-Mitglieder gilt: Sie können sich auf militärische Unterstützung ihrer Verbündeten der NATO im Ernstfall verlassen.

In Grönland befinden sich sowohl amerikanische als auch dänische Soldaten. Selbstverständlich sind dort außerdem noch weitere NATO-Soldaten stationiert.

Strategien zur Besetzung Grönlands

Donald Trump versucht, Grönland mit viel Geld zu kaufen. Es ist geplant, jedem einzelnen Bürger, der in Grönland lebt, eine Summe von 10.000 bis 100.000 US-Dollar zu zahlen. Zusätzlich würden auch die Regierungen von Grönland und Dänemark eine beachtliche Geldsumme erhalten. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen macht sehr klar, dass so ein Angebot auf keinen Fall in Frage kommt.

Die USA möchten versuchen, eine gewaltsame Besetzung Grönlands zu vermeiden. Donald Trump möchte stattdessen lieber einen “Deal” machen. Falls die USA Grönland tatsächlich angreifen würden, wären Dänemark und Grönland chancenlos. Sie versuchen, das Problem mit Diplomatie zu lösen. Allerdings setzen sie dabei auch klare Grenzen. Um zu zeigen, dass Grönland keinesfalls einfach aufgegeben wird, verstärken sie die Militärpräsenz auf der großen Insel im Nordatlantik.

Ebenso versucht Trump, Dänemark und Grönland die Verbündeten wegzunehmen, indem er ihnen Strafzölle androht. Darauf reagiert das EU-Parlament mit dem Stopp der Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA, der vergangenen Sommer beschlossen wurde.

Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos

Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) fand dieses Jahr vom 19. bis zum 23. Januar in dem Schweizer Alpenort Davos statt. Dort treffen sich Vertreter aus vielen Ländern aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Politiker und Unternehmen.

Am Mittwoch, den 21. Januar, hielt Donald Trump eine rund 70 Minuten lange Rede bei dem Wirtschaftstreffen in der Schweiz. Dabei ging er selbstverständlich auch auf seine Forderung, Grönland zu “besitzen”, ein. Er betonte mehrfach, dass die USA das stärkste und beste Land der Welt seien. Dazu seien es auch die USA, die die NATO zum größten Teil finanzieren. So sei es auch der berechtigte Anspruch, dass sich die USA Regionen wie Grönland, die sich nicht selbst verteidigen könnten, einverleiben dürften.

Am Mittwochabend gab es dann ein Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und dem niederländischen NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Rutte zeigte sich sehr gelassen und schmeichelte Trump in so einigen Situationen. Er soll es gewesen sein, der den Grönland-Deal eingefädelt hat, wofür er hinterher von anderen Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums groß gelobt wurde.

Der Grönland-Deal

Der sogenannte “Grönland-Deal” beinhaltet eine Lösung, bei der Grönland nicht seinen “Besitzer” wechselt. Stattdessen verspricht er ein stärkeres Engagement der europäischen NATO-Staaten in Grönland und außerdem ein US-amerikanisches Mitspracherecht bei Finanzierungsvorhaben anderer Länder auf der arktischen Insel. Der Hauptpunkt dieses Abkommens ist allerdings die Ausarbeitung einer neuen Stationierung der Streitkräfte in Grönland. Es soll auch Trumps Projekt, der “Golden Dome” berücksichtigt werden. Donald Trump bezeichnete den Grönland-Deal als “großartige Lösung” und nahm daraufhin die Strafzolldrohung erst einmal wieder zurück.

Die größten Ängste Europas aufgrund der Entwicklungen

Es gibt zwei besonders große Ängste, die die europäischen Staaten haben, falls sie zu forsch die Übergabe Grönlands an die USA verweigern.

Im schlimmsten Fall könnten die USA aus der NATO austreten. Dann würde sie nichts mehr daran hindern, Grönland gewaltsam an sich zu reißen. Außerdem wäre es in gewisser Hinsicht eine Einladung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin, außer der Ukraine auch noch weitere Länder Europas anzugreifen. Denn außer Frankreich und Großbritannien gibt es in Europa keine weiteren Atommächte und ihr Waffenarsenal würde vermutlich nicht ausreichen, um gegen Russland einen Krieg zu gewinnen. Bei einem jetzigen Angriff Russlands auf Europa müssten die USA als NATO-Mitglied Verteidigungshilfe leisten und die USA besitzen eine Waffenausrüstung, die sich mit der von Russland messen lässt.

Eine zweite Angst ist, dass die USA einen Handelskrieg ausbrechen lassen könnten. Zwar hat Trump die Strafzolldrohung erst einmal wieder zurückgenommen, aber die USA sind ein wichtiger Abnehmer für europäische Exportware, sodass zu hohe Zölle oder gar ein Import-Stopp in die USA das Aus für so einige Unternehmen bedeuten könnte, darunter auch deutsche.

Es ist also zu hoffen, dass sich die Lage um Grönland wieder etwas beruhigen wird und keine der Ängste Europas in Erfüllung gehen werden. Hoffentlich wird Grönland weiterhin ein friedliches Land bleiben können mit seinen wenigen glücklichen Einwohnern, seinen unberührten Landschaften und den atemberaubenden Naturphänomenen.

Titelbild: pixabay.com