Der 8. März – eigentlich ein Tag wie jeder andere, was viele nicht wissen ist, dass an diesem Tag der Internationale Weltfrauentag ist. An diesem Feiertag wird für Gleichberechtigung für Frauen gekämpft, die aber leider auch heute noch nicht selbstverständlich ist.
Die Idee für den Weltfrauentag hatte 1910 die deutsche Frau Clara Zetkin. Sie wollte einen Tag ins Leben rufen, an dem Frauen aus aller Welt zusammenkommen, um für Gleichberechtigung zu kämpfen. Zu dieser Zeit hatten Frauen nur wenige Rechte: Sie durften zum Beispiel nicht wählen und bekamen im Gegensatz zu Männern weniger Lohn für die gleiche Arbeit.
1911 wurde der Weltfrauentag, damals noch am 18. März, zum ersten Mal in mehreren europäischen Ländern gefeiert. Rund eine Million Demonstrantinnen und Demonstranten gingen damals auf die Straße, um vor allem für das Frauenwahlrecht zu demonstrieren. Als 1918 in Deutschland das Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde, ging es den Demonstrant:innen um Ungleichheiten und Selbstbestimmung. Themen wie gerechte Löhne, genügend Mutter- und Kinderschutz und die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen gehörten zu ihren Forderungen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Weltfrauentag zum Erkennungszeichen der Widerstandskämpferinnen, da er von der NS-Regierung verboten wurde. Stattdessen führten sie den Muttertag ein, der ihren Vorstellungen, wie man sich gegenüber Frauen verhalten soll, entsprach. Der Weltfrauentag geriet aber nicht in Vergessenheit, sondern wurde von den Widerstandskämpferinnen heimlich weitergefeiert.
Als 1948 und 1949 dann das Grundgesetz verfasst wurde, waren auch fünf Frauen dabei, die ein besonders wichtiges Gesetz durchsetzen konnten, welches auch im Kampf für Gleichberechtigung eine wichtige Rolle spielte. Es lautete: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ 1994 gab es zu diesem Gesetz dann noch einen Zusatz, der wie folgt lautet: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
In den 1950er und 1960er Jahren gab es wieder einen Tiefpunkt. Nur noch wenige Menschen feierten den Weltfrauentag und auch große Demonstrationen, wie in den Anfängen, blieben aus. Erst in den 1970er Jahren, als die neue Frauenbewegung wieder aufflammte, wurde der 8. März in Deutschland als neuer Weltfrauentag populär. Er war nun das Zeichen für feministische Solidarität unter Frauen, egal aus welcher Schicht oder Herkunft sie stammten. Die Demonstrantinnen und Demonstranten hatten neue Forderungen, unter anderem keine Gewalt mehr in Ehen, Rechte für Migrantinnen und Akzeptanz für nicht heterosexuelle Lebensweisen.
Im Jahr 1975 wurde dann von den Vereinten Nationen offiziell der Internationale Weltfrauentag auf den 8. März festgelegt. Seitdem wird der internationale Weltfrauentag jedes Jahr von vielen Frauen, aber auch Männern gefeiert. Sie kämpfen, wie auch schon zu den Anfängen des Weltfrauentages, für gleiche Löhne, Gleichberechtigung, aber auch gegen Zwangsprostitution, Gewalt an Frauen und für mehr Rechte von Migrantinnen.
Doch leider müssen auch im 21. Jahrhundert viele Frauen noch für ihre Rechte kämpfen, da diese nicht immer selbstverständlich sind. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Frauenrechte sehr gut durchgesetzt werden, dürfen Mädchen und Frauen in Afghanistan nicht einmal Auto fahren, nur bis zur 6. Klasse in die Schule gehen und müssen sich verschleiern. Deshalb ist auch noch heutzutage der Internationale Weltfrauentag so wichtig, hoffentlich werden in absehbarer Zeit, in allen Ländern dieser Welt alle die gleichen Rechte haben.
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