Jugend debattiert – Schulrunde 2025
Am Mittwoch, den 17. Dezember fand die diesjährige Schulrunde von „Jugend debattiert“ am GEO statt. Mit dabei waren unter anderem aus dem neunten Jahrgang acht Schülerinnen und Schüler, die in ihrer jeweiligen Klassendebatte Bester geworden sind bzw. von ihrer Klasse auserwählt wurden. Da ich selbst in der neunten Klasse bin, durfte ich den Vormittag über sowohl die Qualifikations- als auch die Finalrunde verfolgen.
In der Vorrunde der Altersklasse I gab es drei parallel laufende Debatten, in denen je vier Schüler miteinander debattierten. Aus diesen zwölf Schülerinnen und Schülern wurden vier ausgewählt, die im Finale antraten. Das Finale fand später in der Aula statt. Das Debattenthema war „Sollen Schülerinnen und Schüler ihre Schule selber putzen?“. Die Diskussionen waren sehr aufschlussreich und es war beeindruckend, wie überzeugend die Teilnehmer sprachen. Die gravierendsten Argumente der Debattierenden, die ich gehört habe, waren, dass man viel Geld einsparen würde, wenn nicht mehr so viele Putzkräfte bezahlt werden müssten, und dass sowohl Schüler als auch Lehrer keine Zeit haben, um nach dem Unterricht noch den Klassenraum selbst zu putzen. Auch die Jury, bestehend aus Schülern und Lehrern, war sehr angetan.
Nach den Qualifikationsdebatten der Altersklasse I waren die älteren Schüler mit ihren Debatten an der Reihe. Da hier weniger Schülerinnen und Schüler antraten, gab es auch nur zwei Debatten zu dem Thema „Sollen Abschlussprüfungen in der Schule am Computer geschrieben werden?“. Bei der Debatte, die ich gehört habe, waren die Punkte Inklusion von Schülern mit motorischer Einschränkung, das Argument der Pro-Seite, und nicht gewährleistete Sicherheit vor Hacker-Angriffen, sagten Vertreter der Contra-Position, Hauptpunkte in der Diskussion. Auch hier haben die Teilnehmer gut debattiert, aber die jüngeren Debattierenden fand ich persönlich besser. Doch auch hier wurden nach langem Überlegen vier Finalisten ermittelt.
Die Entscheidung fiel der Jury sehr schwer, wie sie mehrfach betonten, aber schließlich standen die acht Finalisten fest: Elisabeth und Johanna aus Jahrgang 9 und Ana und Sharam aus Jahrgang 10 in der ersten Altersklasse und in der Altersklasse II Bendt aus Jahrgang 11 und Inka, Marvin und Moritz aus Jahrgang 12.
Um kurz vor elf setzten sich die Debattierenden, die Jury und die Zuschauer in Bewegung Richtung Aula. Dort wurde dann das große Finale ausgetragen. Herr Jacob sprach zum Anfang ein paar einleitende Worte, um die mittlerweile stark gewachsene Zuschauerschaft zu begrüßen. Im Publikum saßen nämlich nicht mehr nur der neunte Jahrgang sondern auch noch einige weiteren Klassen, beispielsweise aus Jahrgang zehn.
Zuerst fand die Finaldebatte der jüngeren Altersklasse statt. Diesmal lautete das Thema „Soll für E-Scooter eine Führerscheinpflicht eingeführt werden?“. Hier war den vier Finalisten die Sicherheit der Passanten und die nicht vorhandene Möglichkeit für alle, den Führerschein zu machen, wichtig. Die Finaldebatte war noch einmal besonders spannend für mich, weil Elisabeth und Johanna beide in meine Klasse gehen. Das Publikum fieberte mit und verfolgte gespannt die Debatte. Die Teilnehmer diskutierten noch leidenschaftlicher als in der Vorrunde, denn es ging um den Einzug in den Regionalwettbewerb!
Während die Jury sich nun zusammensetzte, um einen Gewinner zu ermitteln, fand die zweite Finaldebatte statt. Die Teilnehmer der Altersklasse II debattierten zur Frage „Soll eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden?“. Die Pro-Seite fand besonders wichtig, dass Jugendliche Deutschland etwas zurückgeben sollten, nachdem das Land so viel für sie getan hat und noch tun wird. Die Debattierenden, die gegen eine Dienstpflicht waren, meinten hingegen, dass diese Pflicht den Lebensweg, wie ein Studium oder eine Ausbildung, behindern würde. Auch diese Debatte war sehr interessant und alle warteten gespannt auf das Ergebnis beider Finalrunden. Nachdem ein kleines Filmchen über das Bundesfinale letzten Jahres gezeigt wurde, kam die Verkündung der Ergebnisse. Da das GEO bei der Organisation der Regionalrunde mitwirkt, dürfen pro Altersklasse drei Teilnehmer weiterkommen. In der Altersklasse I sind das Elisabeth Bodmann, Ana Milenkovic und Sharam Dakhil. Aus der zweiten Altersklasse werden uns Inka Deeken, Bendt Schneemann und Marvin Hasbach nächstes Jahr in Rastede vertreten.
Für mich bestand auch noch die Möglichkeit, mit Elisabeth ein kleines Interview zu führen.
GEOnline: Wann hast du entdeckt, dass du gerne und vor allem erfolgreich debattierst?
Elisabeth: Ich bin in der AG „GEO debattiert“, seit es diese gibt. Dort habe ich gemerkt, das mir das Debattieren sehr gut gefällt und dass ich auch gute Argumente überzeugend herüberbringen kann.
GEOnline: Wie verlief die Qualifikationsdebatte für dich?
Elisabeth: Sehr gut! ich hatte eine nette Gruppe, sodass es viel Spaß gemacht hat und ich auch kaum nervös war.
GEOnline: Nach der ersten Runde, hast du erwartet, dass du in die Finalrunde einziehen wirst?
Elisabeth: Natürlich habe ich es gehofft, aber wirklich erwartet habe ich es nicht. Die anderen Debattierenden waren ausgesprochen stark!
GEOnline: Wie war dein Gefühl auf der Bühne in der Aula, als du gemeinsam mit Johanna die Pro-Seite vertreten hast?
Elisabeth: Bei der Finaldebatte war ich schon nervös, es haben ja auch sehr viele Schüler zugeschaut. Dann habe ich aber nach meiner Klasse Ausschau gehalten und als ich sie entdeckt habe, habe ich mich super gefühlt, weil sie mich so toll unterstützt haben!
GEOnline: Welche Debatte hat dir mehr Spaß gemacht?
Elisabeth: Mir hat die Qualifikationsdebatte besser gefallen, weil sie entspannter war und auch das Thema mir dort besser gefallen hat.
GEOnline: Wie sehr freust du dich jetzt auf die Regionalrunde in Rastede?
Elisabeth: Ich freue mich total! Aber ich bin auch ein wenig nervös wegen der neuen Streitfrage, ich hoffe, sie wird spannend!
GEOnline: Und eine letzte Frage noch: Wirst du dich anders auf die kommende Debatte vorbereiten als auf die Klassen- bzw. Schuldebatte?
Elisabeth: Nein, das werde ich nicht. Wie man sieht, hat meine Vorbereitung ja gut gepasst, deshalb werde ich alles genauso machen, wie bisher.
GEOnline: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für mich genommen hast und viel Erfolg bei der Debatte im nächsten Jahr!
Herzlichen Glückwunsch an die sechs Sieger, aber alle Teilnehmer können sehr stolz auf sich sein, denn wirklich jeder war unglaublich stark und hätte es verdient, weiter in die Regionalrunde zu kommen!
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